Immobilienpreise 2035: Kaufen, bauen oder abwarten?

Die Entwicklung der Immobilienpreise beschäftigt Bauherren und Kaufinteressenten gleichermaßen. Deutliche Preisanstiege in den vergangenen Jahren lassen viele besorgt in die Zukunft blicken. Doch wie könnten sich die Immobilienpreise in den nächsten 10 Jahren tatsächlich entwickeln? Lohnt sich der Hausbau oder Immobilienkauf in Zukunft überhaupt noch?

Aktuelle Immobilienpreislage im Überblick

Nach einer leichten Marktstabilisierung im Jahr 2023, weisen Immobilienpreise vor allem in Großstädten und Ballungsräumen wieder Steigerungen auf. Besonders in wirtschaftsstarken Gegenden bleibt die Nachfrage dennoch hoch, trotz zusätzlich erhöhter Bauzinsen. Das begrenzte Angebot an Wohnraum sorgt hier ebenfalls für anhaltend hohe Preise.

In ländlicheren Gegenden zeigen sich die Preisentwicklungen mancherorts hingegen leicht rückläufig oder gleichbleibend. Hoch im Kurs stehen vor allem moderne, energieeffiziente Häuser. Ältere oder sanierungsbedürftige Immobilien bieten zwar oft mehr Verhandlungsspielraum, erfordern aufgrund der deutlich gestiegenen Sanierungskosten jedoch hohe zusätzliche Investitionen.

Wie könnten sich Immobilienpreise bis 2035 entwickeln?

Grundsätzlich erwarten Experten auch in den kommenden Jahren eine weiterhin moderat steigende Preisentwicklung, die sich langfristig fortsetzen soll. Allerdings zeichnet sich eine zunehmende Schere zwischen verschiedenen Regionen ab. In wirtschaftsstarken Gegenden, Zuzugsgebieten und wachsenden Städten trifft extrem wenig Angebot auf eine anhaltend hohe Nachfrage. Die Folge: Die Preise werden hier auch in Zukunft weiter steigen. In wirtschaftlich schwächeren Regionen, unter anderem in Teilen Ostdeutschlands oder sehr ländlichen Randgebieten, ist mit einem spürbaren Rückgang der Immobilienpreise zu rechnen. Schwache Lagen verlieren somit weiter an Wert, während starke Lagen immer teurer werden. Extreme Preissprünge werden jedoch nicht erwartet.

Gut erreichbare Mittelstädte und das direkte Umland von Großstädten werden voraussichtlich weiterhin an Beliebtheit gewinnen und eine stabile Wertentwicklung verzeichnen. Die Lage bleibt gemäß Experten also auch in den nächsten Jahren einer der ausschlaggebendsten Faktoren in puncto Preisentwicklung.

Was bedeutet die Entwicklung für Hausbesitzer und Bauherren?

Wer den Bau oder Kauf einer Immobilie plant, sollte die Standortwahl radikal priorisieren. Achten Sie penibel auf eine intakte Infrastruktur, die Nähe zu Schulen und Arbeitsplätzen sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Für bestehende Eigentümer sprechen die langfristigen Aussichten grundsätzlich eher für stabile oder steigende Immobilienwerte – vorausgesetzt, das Objekt befindet sich in einer attraktiven Lage und wird regelmäßig modernisiert.

Besonders energetische Sanierungen gewinnen im Zuge strengerer Klimaschutzauflagen massiv an Bedeutung. Häuser mit einer sehr guten Energieeffizienz und moderner Dämmung sind nicht nur im laufenden Unterhalt günstiger, sondern sichern sich auch künftig einen klaren Wettbewerbsvorteil auf dem Immobilienmarkt. Wer den Wert seines Eigentums langfristig erhalten möchte, sollte notwendige Modernisierungsmaßnahmen daher frühzeitig einplanen und kontinuierlich umsetzen.

Fazit: Langfristig planen statt auf den perfekten Zeitpunkt warten

Wie sich die Immobilienpreise bis 2035 tatsächlich entwickeln, kann natürlich noch nicht final vorhergesagt werden. Vieles spricht jedoch dafür, dass Wohnraum in guten Lagen langfristig gefragt bleibt und die Immobilienpreise dort kontinuierlich steigen. Für Bauherren und Kaufinteressenten ist daher weniger der vermeintlich perfekte Einstiegszeitpunkt entscheidend. Viel wichtiger ist eine solide, krisenfeste Finanzierung, die passende Immobilie in bewusst gewählter Lage und eine langfristige Perspektive.